ELSTRA  - Auf zwei Rädern den Steilhang hinunter von UWE MENSCHNER        23.08.2015

Rasante Abfahrten mit perfekter Technik – darin geht es im Downhillsport. Robin Klinkert und einige andere Enthusiasten wollen ihn am Elstraer Schwarzenberg etablieren.

Rasante Abfahrten mit perfekter Technik – darin geht es im Downhillsport. Robin Klinkert und einige andere Enthusiasten wollen ihn am Elstraer Schwarzenberg etablieren. | Foto: Klinkert

Auf schmalen Brettern den Hang des Schwarzenberges hinuntersausen – das ist für Sportbegeisterte aus Elstra und Umgebung bereits seit vielen Jahren eine Selbstverständlichkeit. Dasselbe auch auf Rädern zu tun, soll ab dem nächsten Jahr möglich werden.

 Die Frage steht nicht erst seit heute auf der Tagesordnung: Wie kann die Attraktivität des Wintersportareals am Elstraer Schwarzenberg erhalten bleiben, wenn die "kalte Jahreszeit" immer wärmer, kürzer und schneeärmer wird? "Wir haben in den letzten beiden Jahre kaum Schnee gehabt und suchen schon seit längerem nach einer Möglichkeit, das Areal auch im Sommer zu nutzen", erklärt Sven Mager, Abteilungsleiter Skisport des SV Elstra.

Die mögliche Lösung trägt einen englischsprachigen Namen: Downhill - "Bergabwärts" - bezeichnet die rasante und anspruchsvolle Abfahrt mit Fahrrädern auf speziell dafür hergerichteten Strecken. Einer, der diesen Sport leidenschaftlich betreibt, ist Robin Klinkert. Der 35-jährige Dresdner hat bereits an Worldcups und Europameisterschaften teilgenommen und ist in der Szene bestens vernetzt. Daher weiß er auch, dass sich viele Anhänger des Downhill-Sports aus Dresden und Umgebung eine Strecke in ihrer Nähe wünschen. Auch in Hoyerswerda und Umgebung gebe es Interessenten.

     

Solche Sprünge werden ab dem nächsten Jahr auch am Elstraer Schwarzenberg zu erleben sein. | Foto: Klinkert

Dass Robin Klinkert bei seiner Suche nach einem geeigneten Gelände auf den Elstraer Schwarzenberg stieß, lag nahe: "Downhill und Alpiner Skisport haben zahlreiche Gemeinsamkeiten, und viele ‚Downhiller‘ sind auch begeisterte Skifahrer." Durch das Vorhandensein eines Lifts ist eine der wichtigsten Bedingungen für einen Bikepark schon mal erfüllt, denn: "Mit den schweren Downhill-Bikes kann man unmöglich den Berg wieder hinauf fahren." Robin Klinkert hat in den vergangenen Monaten fast jede freie Minute am Schwarzenberg verbracht und fünf mögliche Routen der unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrade – von "Anfänger" bis "Profi" – konzipiert. "Beim Streckenbau nutzen wir die natürlichen Gegebenheiten und das Material, das uns die Natur zur Verfügung stellt, in erster Linie natürlich Erde, Holz und Steine", so der downhillbegeisterte Sachse. Dadurch können die umweltrelevanten Eingriffe gegenüber einer komplett künstlich angelegten Strecke aus Beton und Rollsplitt gezielt vermindert werden.

 Bevor Robin Klinkert und seine bereits gewonnenen Mitstreiter aus Elstra, Dresden und Hoyerswerda jedoch loslegen konnten, mussten sie zahlreiche Interessen unter einen Hut bekommen. 

 Der Abteilungsleiter Skisport des ortsansässigen Sportvereins, Sven Mager, setzt sich offensiv für das Vorhaben ein, in dem er eine "Chance für den ganzen Verein" sieht. Der Elstraer Stadtrat hat sich bereits einstimmig dafür ausgesprochen, ein Nutzungsvertrag ist laut Bürgermeister Frank Wachholz (parteilos) in Arbeit. Auch vom Landratsamt kam grünes Licht. Im Nachgang einer öffentlichen Informationsveranstaltung in der vergangenen Woche konnten letzte Unstimmigkeiten mit der örtlichen Jagdgenossenschaft ausgeräumt werden. Auch die notwendigen Eingriffe in die Natur wurden thematisiert. Zugleich wurde das durchaus bestehende Interesse der Elstraer Jugend an dem Projekt deutlich.

 Robin Klinkerts Zeitplan sieht nunmehr vor, den Streckenbau in den kommenden Wochen intensiv voran zu treiben. Noch bis zum Wintereinbruch sollen alle Streckenverläufe eingerichtet werden, Anfang 2016 beginnt dann der Detailsausbau. Im Frühjahr 2016 sollen die ersten Biker den Schwarzenberg hinab rollen.


Freitag, 7. Dezember 2012
(Sächsische Zeitung)

Elstraer Skilift soll ab Sonntag geöffnet sein

Von Manuela Reuß

Am Sonnabend muss der Verein erst einen Arbeits- Einsatz absolvieren. Dabei wird Schneebruch beseitigt.

Die Elstraer Skisportler müssen sich noch etwas gedulden: Der Skilift am Schwarzenberg ist zwar startklar, dennoch wird er wohl erst ab Sonntag in Betrieb gehen – zum ersten Mal in dieser Saison. Am Sonnabend müssen die Mitglieder der Abteilung Ski des SV Grün-Weiß Elstra erst noch einmal bei einem Arbeitseinsatz ran, um Schneebruch zu beseitigen. „Ich hoffe, dass wir spätestens Sonntag den Liftbetrieb starten können“, so Abteilungsleiter Sven Mager. Wer genauere Infos braucht, kann sich auf der Homepage des Vereins oder am Schnee-Telefon informieren.
Fast auf den Tag genau vor einem Jahr wurde das Seil des Schleppliftes am Schwarzenberg erneuert. Rund 8000Euro kostete die Instandsetzung. Die Stadt bekam dazu einen Hilferuf von der Abteilung Ski. Denn mit dem verschlissenen Seil hätte man die Bergbahn am Skihang in der vergangenen Saison nicht weiterbetreiben können.
Seit 1979 existiert der Lift. Gebaut hat ihn der Elstraer Sportverein, der ihn auch nutzt und betreibt. Eigentümer ist allerdings die Stadt. Die Betriebskosten müssen die Sportler erwirtschaften, größere Reparaturen und die TÜV-Untersuchungen bezahlt die Stadt.
Der Schwarzenberg misst etwa 400 Meter und hat die nördlichste Wintersportanlage Sachsens. Der 600 Meter lange Teller-Schlepplift bringt die Skifahrer an den Ausgangspunkt der eben so langen Piste mit einem Höhenunterschied von immerhin 116 Metern.
www.ski-elstra.de
Schneetelefon: 01733562100


Mittwoch, 25. Februar 2009
(Sächsische Zeitung)

 

Skifasching
am Schwarzenberg

Von Reinhard Kärbsch

Kenny als Fuchs

Buntes Faschingstreiben herrschte gestern Nachmittag am nebeligen Schwarzenberg bei Elstra. Die Abteilung Ski konnte mal wieder in ihrem Element das Gemeinschaftsleben pflegen – mit Sprungeinlagen der Jüngsten. Foto: matt

Endlich mal wieder Skifasching im Schnee! Gestern herrschte deshalb bei Jung und Alt der großen Elstraer Skigemeinde große Freude. „Die vergangenen zwei Jahre feierten wir in der Turnhalle, aber so ist es viel schöner“, sagte Sven Mager, Vorsitzender der Abteilung Ski des SV Grün-Weiß Elstra. Laute Disko-Musik schallte ins Tal. Am Lift drängelten sich die Sportler diesmal nicht als Skihasen, sondern als Indianer, Clown, Fußballfan oder feine Dame. Behend erfassten sie alle der Reihe nach einen Liftarm – und ab ging’s auf den nebligen Berg. Von dort kamen sie dann alle wieder ziemlich rasant herunter – um sich erneut in die Warteschlange zu stellen. Zwischendurch klickten die Kameras, denn so bunt und fröhlich geht es nicht immer beim Training zu, schon gar nicht ganz in Familie. Und Bier für die Großen gibt es an Lift und Piste sonst auch nur selten.

Kaum noch Platz für Pokale

Gründe zum Feiern müssen die Elstraer Skisportler indes nicht suchen. Wochenende für Wochenende steigen sie auf die Siegerpodeste, die Großen wie die Kleinen. Am vergangenen Sonntag kehrte Franz Sembdner mit einem dritten Platz von den tschechisch-deutschen Wettkämpfen aus Bournak zurück. Der achtjährige Drittklässler steht seit dem vierten Lebensjahr auf den schnellen alpinen Brettern. Schon ein Jahr später beteiligte er sich an Wettkämpfen. Die Pisten des Erzgebirges oder Riesengebirges kennt er längst. Mutti und Vati lernten das Skifahren, um dem Sohnemann irgendwie beistehen zu können. Gestern lachte Bettina Sembdner: „Wir kommen schon lange nicht mehr hinterher.“ Und darüber ist sie natürlich glücklich und stolz. Zumal Franz auch bei den Gerätturnern aktiv ist. Auch von diesem Sport stehen zahlreiche Pokale im Schrank. Nächste Woche sind Kreismeisterschaften.

Selina Kasper gehört wie Franz zur Skitty-Gruppe der Vier- bis Zehnjährigen, die in Elstra 20 Mädchen und Jungen umfasst. Sie hat so viele Pokale, dass es zu Hause langsam eng wird. Am 31. Januar erst stand sie nach dem Riesenslalom-Rennen in Rugiswalde ganz oben auf dem Treppchen. Ihr Gefühl beschrieb sie so: „Er war richtig erleichtert, ich hab’s geschafft. Und ich habe mich toll verbessert.“ Die Siebenjährige geht in die erste Klasse der Gersdorfer Grundschule – und fährt vier Jahre Ski. Zum Training kommt sie gern, wegen der Freundin Anna und all den anderen Sportfreunden. „Es macht Spaß, weil du immer mehr lernst und kannst. Da will ich immer mehr können“, sagte die Indianerin gestern. Und fuhr zum Lift.



Franz Naumann, Carolin Schade, Vreni Anders und Michael Becker (von links) im Lift, der sie hoch auf die Skipisten von Zermatt bringt. Hier absolvierten sie einen Lehrgang und die Prüfung für den Trainerschein.
Foto: privat

Vier Trainertitel auf Zermatter Skipisten

Von Reinhard Kärbsch

Dienstag, 10. Februar 2009
(Sächsische Zeitung)

 

Sie sind zwischen 17 und 19 Jahre alt. Aber sie stehen schon eine Ewigkeit auf den schnellen Skibrettern: Vreni Anders, Carolin Schade, Franz Naumann und Michael Becker. Seit zehn und mehr Jahren stürzen sie sich die steilsten Hänge am Schwarzenberg, im Lausitzer Bergland, im Erz- und Riesengebirge oder in den Alpen herunter. Ihre Disziplinen heißen Riesenslalom und Slalom. Zu Hause müssen laufend neue Schränke aufgestellt oder Regale montiert werden, um die Siegerpokale, Urkunden, Medaillen und Erinnerungsgeschenke aufzunehmen. Dieses Jahr kandidiert bei der Sportlerumfrage Carolin Schade bei den Frauen für den Titel „Populärste Sportlerin“.

Franz, Carolin und Michael besuchen das Berufsschulzentrum Kamenz, um das Abitur zu erwerben. Vreni steht kurz davor – am Gotthold-Ephraim-Lessing-Gymnasium Kamenz. Aber das alles scheint den jungen Damen und Herren nicht gereicht zu haben: Sie lernten und übten zusätzlich zu Schule und Skisport – und machten im vergangenen November ihren Schein Trainer C / Breitensport (siehe Kasten).

Wieder alles von vorn lernen

„Nach Theorie in Dresden und zweitägigem Praxislehrgang in der Skihalle Senftenberg fuhren wir vom 15. bis 22. November 2008 nach Zermatt in die Schweiz“, erzählt Vreni Anders. Dort wollten sieben Teilnehmer der Ausbildungsgruppe unter der Leitung von Dieter Donath und Richard Schütze Chefausbilder im Sächsischen Skiverband, den Trainertitel erlangen. „Der Lehrgang begann damit, dass man die Hänge und Pisten von Zermatt kennenlernt – und die Trainer unsere skitechnischen Leistungen. Ganz praktisch“, klärt Carolin Schade auf. Als es ernst wurde mit den Details, war doch so mancher Teilnehmer etwas verblüfft: Es war das Schneepflugfahren zu erlernen, was die Sportler schon weit hinter sich gebracht zu haben glaubten. „Aber ein Trainer möchte anderen das Skifahren beibringen. Da muss er die Grundübungen beherrschen, erklären sowie demonstrieren und anderen beibringen können“, erläutert Michael Becker. Skilehrer- und Wettkampftechnik seien zwei verschiedene Skistiefel. „Der Lehrer fährt schön und muss alles können, der Sportler fährt schnell und muss nur siegen“, bringt Michael den Unterschied auf den Punkt. So wurde zwei Tage das Pflügen im Schnee geübt, lehrbuchmäßig, spielerisch und mit dem notwendigen Spaßfaktor – wegen der Motivierung für die Prüfung am dritten Tag. Die Aufgaben beinhalteten unter anderem das Erlernen des Schneepflugs und das Verbessern der Kurvenfahrt durch koordinative Übungen. „Das hört sich nicht weiter kompliziert an, bereitete uns aber einiges Kopfzerbrechen.“ Doch alle hätten diese ersten Aufgaben gemeistert. „Danach fiel das Thema Skitechnik schon viel leichter“, beschreibt Franz Naumann den Fortgang. Und Vreni Anders erläutert: „Durch verschiedene Übungen zu der richtigen Position über dem Ski, dem perfekten Kantwinkel und anderes mehr konnten wir bereits nach den ersten Stunden bei uns deutliche Verbesserungen erkennen.“ Da die Beweglichkeit aus den Beinen heraus beim Skifahren eine große Rolle spielt, ging es am nächsten Tag in den Tiefschnee und in die Buckelpiste.

Traumberuf Skilehrer

Hier waren vor allem Schnelligkeit, Reaktion und Konzentration gefragt. Drei Technikprüfungen – Schneepflug, Kurzschwung und mittlere Radien – beschlossen den Lehrgang, den alle sieben Teilnehmer mit Bravour bestanden. Übrigens, so ein Trainerschein kostet eine knappe vierstellige Summe, privat zu bezahlen. Dafür haben die 20 Kinder der Ski-alpin-Gruppe in Elstra jetzt vier richtige Trainer, die schön und schnell fahren können. „Wir teilen uns die Aufgaben“, sagt Carolin Schade. Und Michael übt weiter für seinen Traumberuf. Er möchte Skilehrer werden.